Alles über die Herkunft und Rückverfolgbarkeit von Fleisch bei Lidl

Das Fleisch, das bei Lidl verkauft wird, wirft regelmäßig Fragen zu seiner tatsächlichen Herkunft auf. Zwischen den CSR-Verpflichtungen der Marke, den Angaben auf den Etiketten und den Anfragen von französischen Züchtern sind die Signale manchmal widersprüchlich. Dieser Artikel untersucht, was die verfügbaren Daten über die Rückverfolgbarkeit des Lidl-Fleischs bestätigen können und was unklar bleibt.

Pflichtkennzeichnung und freiwillige Angaben zum Lidl-Fleisch

Die europäische Gesetzgebung schreibt seit mehreren Jahren eine Herkunftskennzeichnung für in Supermärkten verkauftes Rindfleisch vor. Die Verordnung (EU) 2017/625, auch bekannt als “Paket für offizielle Kontrollen”, hat die Kontrollen und Sanktionen im Falle von Abweichungen zwischen der angegebenen und der tatsächlichen Herkunft verstärkt. Lidl ist wie jeder Händler verpflichtet, diesen Rahmen einzuhalten.

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In der Praxis müssen die Verpackungen von Rindfleisch das Geburts-, Aufzucht- und Schlachtland des Tieres angeben. Für Schweinefleisch und Geflügel gilt die Pflicht für den Aufzucht- und Schlachtort. Die Angaben “Französisches Rindfleisch” oder “Französisches Schweinefleisch” bedeuten, dass das Tier in Frankreich geboren, aufgezogen und geschlachtet wurde.

Im Gegensatz dazu sind die spezifischen Angaben von Lidl, wie “Herkunft Pyrenäen” bei bestimmten Rinderhackfleischsorten, eine freiwillige kommerzielle Wahl. Sie unterliegen nicht denselben Vorschriften wie die offiziellen Logos. Um die Herkunft des Lidl-Fleischs auf Cuisine Gratuite zu vertiefen, muss man diese beiden Informationsniveaus unterscheiden.

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Frau, die das Rückverfolgbarkeitslabel auf einer Hühnerverpackung in der Fleischabteilung eines Lidl-Supermarkts liest

Französisches Fleisch und importiertes Fleisch bei Lidl: Was die CSR-Berichte zeigen

Seit 2023 veröffentlicht Lidl Frankreich in seinen CSR-Berichten konsolidierte Informationen zur Herkunft der unter eigener Marke verkauften Fleischwaren. Die Marke unterscheidet zwischen Fleisch von 100 % französischen Tieren (geboren, aufgezogen, geschlachtet im Land) und dem aus der Europäischen Union oder Drittländern importierten Fleisch.

Diese teilweise Transparenz ermöglicht es, im Laufe der Zeit den Anteil tatsächlich französischen Fleisches in den Regalen zu verfolgen. Sie bleibt jedoch aggregiert: Die Berichte geben keine Produkt- für Produkt- oder Geschäft- für Geschäft-Details an.

Kriterium Fleisch unter der Marke Lidl (Frankreich) Importiertes Fleisch aus der EU oder Drittländern
Pflichtangabe zur Herkunft Geboren, aufgezogen, geschlachtet in Frankreich Aufzucht- und Schlachtland angegeben
CSR-Transparenz Konsolidierte Daten im Jahresbericht Weniger Detail pro Branche
Mögliche Labels VBF, VPF, Label Rouge, Bio Europäische Labels (Bio EU usw.)
Regulatorische Kontrolle DGAL, Verordnung (EU) 2017/625 Der gleiche regulatorische Rahmen

Diese Tabelle zeigt, dass der regulatorische Rahmen identisch ist, aber das Detailniveau je nach Art der Beschaffung variiert.

Reale Zusammensetzung von Hackfleisch und Bio-Fleisch bei Lidl

Ein Diättechniker, Miodrag Borges, hat öffentlich mehrere Referenzen von Hackfleisch und Burgern, die bei Lidl unter der Marke “Herkunft Pyrenäen” verkauft werden, analysiert. Seine Analyse bezog sich auf die Zutatenliste und die auf der Verpackung angegebene Nährstoffzusammensetzung.

Die Hauptfeststellung: Einige Verpackungen von Bio-Hackfleisch weisen eine sehr kurze Zutatenliste auf, manchmal beschränkt auf das Fleisch selbst, ohne Zusatzstoffe oder Konservierungsmittel. Dieses Ergebnis erklärt sich durch den europäischen Rahmen für Bio, der die meisten Zusatzstoffe in zertifizierten Fleischprodukten verbietet.

Im Gegensatz dazu enthalten einige “klassische” Burger zusätzliche Zutaten (Salz, Gewürze, pflanzliche Fasern). Der Unterschied in der Zusammensetzung zwischen einem Bio-Hacksteak und einem nicht-Bio-Burger ist signifikant, selbst innerhalb eines gleichen Regals.

  • Ein Bio-Hacksteak von Lidl kann nur Rindfleisch enthalten, ohne jegliche Zusatzstoffe, dank des europäischen Bio-Standards.
  • Ein nicht-Bio-Burger kann Salz, Gewürze, Fasern oder Stärke enthalten, was das Nährstoffprofil des Produkts verändert.
  • Die Angabe “reines Rindfleisch” auf einem Hacksteak garantiert das Fehlen von Mischungen mit anderen Tierarten, jedoch nicht das Fehlen von Zusatzstoffen.

Das Lesen des Etiketts bleibt das einzige zuverlässige Mittel, um die tatsächliche Zusammensetzung eines Fleischprodukts zu überprüfen. Das Bio-Logo sagt nichts über die geografische Herkunft aus, und das Herkunftslogo sagt nichts über die Zusammensetzung aus.

Luftaufnahme mehrerer Fleischverpackungen mit klar angezeigten Herkunftsetiketten und Zertifizierungslogos

Importiertes Fleisch und Spannungen mit französischen Züchtern

Lidl wird regelmäßig von Organisationen französischer Züchter auf die Präsenz von importiertem Fleisch in den Regalen angesprochen. Die Kritik richtet sich insbesondere gegen Referenzen von Angus-Rindfleisch, das aus Irland oder Mercosur-Ländern importiert wird, die während zeitlich begrenzter Verkaufsaktionen hervorgehoben werden.

In Aveyron haben Züchter die Werbung für einen “besten Steak der Welt” irischer Herkunft in Lidl-Filialen kritisiert, während die Marke andererseits Verpflichtungen zugunsten der französischen Branchen anzeigt. Diese Art von Episode nährt eine wiederkehrende Debatte über die Kohärenz zwischen CSR-Verpflichtungen und tatsächlichen Beschaffungspraktiken.

Das Netzwerk FDSEA-JA hat Aktionen in Geschäften durchgeführt, insbesondere in Mayenne, um aus den Regalen ausländische Produkte zu entfernen, die als Konkurrenz zur lokalen Produktion angesehen werden. Diese Mobilisierungen zielen darauf ab, die Diskrepanz zwischen der Unterstützung der französischen Züchter und der Realität der Regale sichtbar zu machen.

Was das Etikett wirklich im Regal überprüfen lässt

Angesichts dieser Spannungen hat der Verbraucher ein einfaches, aber untergenutztes Werkzeug: das vollständige Lesen des Etiketts. Drei Informationsniveaus verdienen besondere Aufmerksamkeit.

  • Das Geburts-, Aufzucht- und Schlachtland, das für Rindfleisch verpflichtend ist. Wenn alle drei Angaben “Frankreich” lauten, hat das Tier sein ganzes Leben im Land verbracht.
  • Die Zutatenliste, die ein Produkt mit einer Zutat (nur Fleisch) von einem verarbeiteten Produkt mit Zusatzstoffen unterscheidet.
  • Die offiziellen Logos (VBF, Label Rouge, AB) im Gegensatz zu den marketingbezogenen Angaben der Marke, die nicht denselben regulatorischen Wert haben.

Ein Hacksteak “Herkunft Pyrenäen” hat nicht denselben regulatorischen Status wie ein mit VBF gekennzeichnetes Steak. Erstere gehört zu einer freiwilligen Initiative von Lidl, letztere zu einem Lastenheft, das von Dritten kontrolliert wird. Die beiden zu verwechseln, bedeutet, ein kommerzielles Versprechen mit einer Zertifizierung zu vergleichen.

Die Rückverfolgbarkeit des Fleisches bei Lidl basiert auf einem soliden europäischen regulatorischen Rahmen, ergänzt durch freiwillige Verpflichtungen, deren Detailgrad variabel bleibt. Die CSR-Berichte bieten eine konsolidierte Sicht, jedoch keine granularen Informationen. Der einzige zuverlässige Reflex im Geschäft bleibt es, die Verpackung umzudrehen und jede Angabe zu lesen, ohne sich nur auf den Namen der Produktlinie oder das visuelle Erscheinungsbild der Verpackung zu verlassen.

Alles über die Herkunft und Rückverfolgbarkeit von Fleisch bei Lidl